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D. Martin Luther

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Die 'ACTA LUTHERORUM'
in Leipzig
 

Sophie Charlotte Luther (*1700), eine Tochter von Johann Martin Luther, dem Senior des Stiftes Zeitz aus einer ersten Ehe mit Christina Elisabeth Leyser, einer Ururgroßenkelin von Lucas Cranach, heiratete im März 1729 Johann Christian Grubner.

Grubner (*1698) war nicht nur Advokat in Zeitz, vielmehr befasste er sich darüber hinaus mit Geschichtsschreibung. So ist es erklärlich, dass er im Besitz seines Schwiegervaters befindliche Urkunden und Briefe, insbesondere aus dem Nachlass von Paul Luther, jüngstem Sohn des Reformators, in einem Aktenband zusammengefasst hat.

Zu den älteren Unterlagen gehören einige Briefe Melanchthons an D. Martin Luther, der Geleitbrief Herzog Georgs für Luthers Reise im Jahre 1521 nach Worms und die Kaufurkunde Brauers neben dem schwarzen Kloster in Wittenberg gelegenen Häuschen betreffend, und das Universitätszeugnis sowie die Dienstbeurlaubung durch Herzog Johann Friedrich dem Mittleren für Johannes Luther, dem ältesten Sohne Luthers. Ferner befindet sich darin die Originalurkunde des Erbvergleiches zwischen den nachgelassenen Kindern des Reformators nach dem Tode ihrer Mutter Catharina von Bora vom 5. April 1554 mit den Unterschriften von Johannes Schneidewynn, Philipp Melanchthon und Ambrosius Reiter, sowie dem Bruder Jacob von D. Martin Luther, dessen hierauf befindliches Siegel nicht, wie teilweise fälschlich behauptet, eine Armbrust zeigt; das Siegel enthält ein zweigeteiltes Schild, bei dem in einem Teil sich zwei runde Symbole befinden.

Den Verkauf des kleinen Hauses in Wittenberg, 'Brauers Bude', siegelten im Jahre 1557 Johannes und Paul Luther mit einem der Petschaft des Vaters gleichenden Symbol (Herz und Kreuz in einer Rosette), ihr Bruder Martin jedoch setzte als Siegel die Rosette mit Herz, aber ohne Kreuz neben seine Unterschrift.- Die letztere Petschaft des Sohnes Martin vom Reformator scheint sein Neffe, der Sohn von Paul Luther, Johann Ernst später übernommen zu haben, denn er siegelte damit nachfolgende Urkunden, seine Brüder Johann Friedrich und Johann Joachim führen jedoch die Rosette mit Herz und Kreuz im Siegel, wie diese auf dem Erbvergleich nach dem Tod ihres Vaters Paul Luther vom Jahre 1593 zu sehen sind.

Einen wesentlichen Inhalt der 'Acta' bilden aber Paul Luthers Unterlagen, zu denen einige anatomische Tafeln, Diplome, und auch Ankündigungen von Vorlesungen, Lehnsbriefe und den Ehevertrag für seine Tochter Anna mit Nikolaus Marschall von Bieberstein, sowie Aufzeichnungen, seinen Schwiegersohn Simon Gottsteig betreffend, gehören. Der Briefwechsel mit Pauls Sohn Johann Ernst bis 1580, der sich zu seinen Studienvorbereitungen in Wittenberg aufhielt, ist in Abschriften erhalten. Im Jahre 1582 berichtet Hofrat Professor Beust aus Dresden über die Fortschritte von Johann Ernst Luther in seinem Jurastudium.

Ein Beweis für bestehen gebliebene Familienbindungen ist eine Notiz von Johann Ernst Luther an Nicolaus Böhme, dem Ehemann der Tochter seines Onkels Johannes Luther, über überlassenene Bücher, die leider kein Datum trägt.

Die jüngste in der Akte befindliche Unterlage ist ein Brief aus dem Jahre 1673. Christian Grubner fügte dann noch eine Stammtafel, bezogen auf die Nachkommenschaft des Sohnes Paul vom Reformator , mit ein, sowie hierzu beglaubigte Briefcopie des Schreibens von D. Martin Luther aus dem Jahre 1533 an Hans Löser, mit dem er diesen zum Paten für seinen jüngsten Sohn bittet.

Als David Richter um 1717 in Jena studierte und wohl beeinflusst durch den dortigen Professor Danz, einem Schwiegersohn des Bayreuther Justizrates Gabriel Luther, mit den Ausarbeitungen für seine 'Genealogia Lutherorum' begann, kam er später darüber hinaus mit der in Zeitz lebenden Lutherfamilie ebenso in Kontakt, wie wohl auch mit dem in Kiel lebenden Professor Carl Friedrich Luther, von denen er Informationen bezogen hat.

Der Notar Grubner aus Zeitz stellte David Richter seine Aktensammlung zur Verfügung, die somit eine wesentliche Grundlage für sein Werk wurde, in welchem er einen großen Teil der Urkunden auch nachgedruckt hat.

Diese 'Acta Lutherorum' blieb im Familienbesitz von Nachkommen Paul Luthers, bis sie im Jahre 1839 testamentarisch durch einen Dr. Heinrich Luther der Ratsbibliothek in Leipzig überschrieben worden ist; sie liegt heute in der Handschriften-Abteilung der dortigen Universitätsbibliothek.

Laut Literatur sind die Nachkommen Paul Luthers in männlicher Linie 1759 ausgestorben. Wie aber ist dann Dr. Heinrich Luther einzuordnen?

 
 
 
LUTHERORUM AUTOGRAPHA
et exparte Apographa
 

Die Tochter Johann Martin Luthers, Christiana Sophie, geboren in Zeitz am 5.8.1705, verheiratete sich in vierter Ehe mit dem Magister und Pfarrer aus Weickelsdorf, Johann Gottlieb Heuckenrodt, der auch Adjunkt der Ephorie in Weißenfels war. Dieser Ehe entstammt die um 1755 geborene Tochter Wilhelmine, die den Prediger Beyer aus Wittenberg heiratete.

Aus dem Nachlass von Wilhelmine Beyer erhielt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die 'Lutherorum Autographa et exparte Apographa' (Handschriften Ms. germ. Fol. 45) . Diese bisher in der genealogischen Forschung wenig beachtete kleine Urkundensammlung enthält u.a. einige Originalbriefe Martin Luthers und seines Sohnes Paul, sowie überwiegend Schriftstücke des Enkels Johann Ernst Luther in Zeitz.

Die Nachkommenschaft von Paul Luther, dem jüngsten Sohn des Reformators, ist weitgehend erforscht. Der Mannesstamm dieser Nachkömmlinge ist im Gegensatz zu dem des älteren Sohnes Johannes von D. Martin Luther, mit dem Bruder von Christiana Sophie, Martin Gottlieb Luther, im Jahre 1759 wohl ausgestorben. - Die 'Lutherorum Autographa' gibt mögliche Ansatzpunkte zur Erforschung weiterer Abstammungen der Luther-Familie, weswegen nachfolgend [rechts im Hauptteil] ein Abriss der hierin befindlichen Urkunden gegeben werden soll. [so Günter Luther]

 
 
 
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Quellen zur Luthergenealogie

     
 

Inhalt der ACTA LUTHERORUM
aus der Universitätsbibliothek zu Leipzig - nach T. O. Weigel, Leipzig -
siehe auch Artikel am linken Rand

 
Brief an Martin Luthers Frau
 
LUTHERORUM AUTOGRAPHA et exparte Apographa
 
     
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